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Sisikon
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Contents
âą Geographie
⹠Bevölkerung
âą Sprachen
âą Altersstruktur
âą Politik
âą Legislative
âą Exekutive
âą Wirtschaft
âą Verkehr
âą Geschichte
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geographie
Sisikon liegt am Ostufer des Urnersees auf dem Delta des Riemenstaldnerbaches. Im Norden grenzt Sisikon an die Schwyzer Gemeinden Morschach und Riemenstalden, im SĂŒden an die Urner Gemeinden FlĂŒelen und BĂŒrglen.
Das Dorf wird von markanten Voralpengipfeln ĂŒberragt: dem Fronalpstock im Nordosten sowie der Kaiserstockkette im SĂŒdosten mit dem Ă€ussersten Gipfel Rophaien ĂŒber Sisikon. Gegen Westen ist die Sicht vom Dorf aus offen ĂŒber den See auf die Gletscherpyramide des Urirotstocks, auf die Berge ĂŒber dem See wie zum Beispiel den Oberbauenstock, zu den Ortschaften Bauen und Seelisberg und zur Rodungssiedlung RĂŒtli.
Nur 20 Hektar oder 1,2 % der Gemeinde sind SiedlungsflÀche. Davon sind 8 Hektar GebÀudeareal sowie 10 Hektar VerkehrsflÀche. Umfangreicher ist die LandwirtschaftsflÀche mit 504 Hektar oder einem Anteil von 30,9 %. Darunter liegen grosse Alpgebiete, die eine FlÀche von 428 Hektar bedecken. Dagegen sind nur 73 Hektar Wies- und Ackerland. 717 Hektar oder 44,0 % sind von Wald und Gehölz bedeckt. Der Rest des Gemeindegebiets, 388 Hektar oder 23,8 %, ist unproduktives Gebiet. Es handelt sich fast ausschliesslich um vegetationslose FlÀchen (Hochgebirge) oder Gebiete mit unproduktiver Vegetation (hochalpine Vegetation).
Bevölkerung
| Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1850 | 245 |
| 1860 | 197 |
| 1870 | 243 |
| 1880 | 841 |
| 1888 | 291 |
| 1900 | 274 |
| 1920 | 340 |
| 1930 | 318 |
| 1941 | 435 |
| 1950 | 335 |
| 1960 | 336 |
| 1970 | 309 |
| 1990 | 319 |
| 2000 | 350 |
| 2010 | 393 |
In den 1850er Jahren kam es zu einer ersten Abwanderungswelle, die jedoch im darauffolgenden Jahrzehnt wettgemacht werden konnte. Die Rekordzahl von 841 Bewohnern im Jahr 1880 ist auf den Bau der Gotthardbahnlinie zurĂŒckzufĂŒhren. Insgesamt fĂŒhrte der Bahnanschluss zu einer Bevölkerungszunahme (1870â1888: +19,8 %). Danach setzte bis zur Jahrhundertwende ein geringer RĂŒckgang der Bewohnerzahl ein. Zwischen 1900 und 1941 wuchs die Einwohnerzahl stark an (1900â1941: +58,8 %). In den 1940er Jahren gab es dann eine zweite Abwanderungswelle (1941â1950: â23,0 %). In den 1950er Jahren blieb die Zahl der Bewohner stabil. Zwischen 1960 und 1970 wanderte nochmals ein Teil der Einwohner ab. Insgesamt verlor Sisikon zwischen 1941 und 1970 126 Einwohner (oder 29,0 %). Seither hat ein bestĂ€ndiges Wachstum eingesetzt. Zwischen 1970 und 1990 war es mĂ€ssig, seither stark (1970â2005: +26,2 %).
Sprachen
Die Bevölkerung spricht eine höchstalemannische Mundart. Fast die gesamte Einwohnerschaft spricht als tÀgliche Umgangssprache Deutsch. Bei der letzten VolkszÀhlung im Jahr 2000 gaben 96,00 % Deutsch, 1,43 % Italienisch und 1,14 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.
Religionen â Konfessionen
Die Bevölkerung bestand frĂŒher vollumfĂ€nglich aus Mitgliedern der römisch-katholischen Kirche. Die KonfessionsverhĂ€ltnisse im Jahr 2000 lassen immer noch die ursprĂŒngliche Struktur erkennen. 306 Personen waren katholisch (87,43 %). Daneben gab es 5,43 % evangelisch-reformierte und 3,14 % orthodoxe Christen und 1,71 % Konfessionslose. Acht Personen (2,29 %) machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.
Herkunft â NationalitĂ€t
Ende des Jahres 2018 waren von 370 Bewohnern 289 (78,10 %) Schweizer Staatsangehörige. Die Zugewanderten stammen mehrheitlich aus Mitteleuropa (Ăsterreich, Niederlande und Deutschland), dem frĂŒheren Jugoslawien, Lettland und Sri Lanka. Bei der VolkszĂ€hlung 2000 waren 318 Personen (90,86 %) Schweizer BĂŒrger; davon besassen 15 Personen die doppelte StaatsbĂŒrgerschaft.
Altersstruktur
Die Gemeinde zĂ€hlt einen hohen Anteil an jĂŒngeren Bewohnern. Der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren von 27,14 % der Ortsbevölkerung liegt deutlich ĂŒber dem Anteil der Personen im Seniorenalter (60 Jahre und Ă€lter; 18 %). Dies ist auf das Wachstum der Einwohnerzahl seit 1970 zurĂŒckzufĂŒhren. Die Zuwanderung junger Menschen hat zu mehr Geburten gefĂŒhrt, so dass sich die Einwohnerschaft (statistisch) verjĂŒngt.
Bei der letzten VolkszÀhlung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:
| Alter | 0â6 Jahre | 7â15 Jahre | 16â19 Jahre | 20â29 Jahre | 30â44 Jahre | 45â59 Jahre | 60â79 Jahre | 80 Jahre und mehr |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl | 29 | 50 | 16 | 52 | 78 | 62 | 51 | 12 |
| Anteil | 8,29 % | 14,29 % | 4,57 % | 14,86 % | 22,29 % | 17,71 % | 14,57 % | 3,43 % |
Politik
Legislative
Die Gemeindeversammlung bildet die Legislative. Sie tritt meistens zweimal jÀhrlich zusammen.
Exekutive
Der siebenköpfige Gemeinderat bildet die Exekutive. Er ist nebenamtlich tÀtig. GemeindeprÀsident ist Timotheus Abegg (Stand 2021).
Wirtschaft
Im Jahr 2005 gab es 12 Landwirtschaftsbetriebe, die 24 Arbeitsstellen anboten. Industrie und Gewerbe beschÀftigten in 4 ArbeitsstÀtten 11, der Dienstleistungsbereich in 16 Betrieben 90 Personen (BeschÀftigung auf Vollzeitstellen umgerechnet). Die VolkszÀhlung 2000 ergab 10 Landwirtschafts- und Forstbetriebe mit 30 BeschÀftigten. Die BetriebszÀhlung 2001 kam auf 6 Industrie- und Gewerbebetriebe mit 16 und 19 Dienstleistungsunternehmen mit 80 BeschÀftigten. Von den im Jahr 2000 181 erwerbstÀtigen Personen Sisikons arbeiteten nur 66 (36,46 %) in der eigenen Gemeinde. Insgesamt bot der Ort 105 Menschen Arbeit an, von denen 66 (62,86 %) Einheimische waren.
Verkehr
Zwei Hauptverkehrsadern durchschneiden das Dorf: die Gotthardbahnlinie und die Nationalstrasse A4, besser bekannt unter dem Namen Axenstrasse. Die beiden Verkehrswege sind gleichzeitig Fluch und Segen des Dorfes: Einerseits sorgen sie fĂŒr eine exzellente Anbindung an den Rest der Welt, anderseits wird das Dorf von LĂ€rm, Abgasen und hoher Unfallgefahr geplagt.
Baugeschichte: Die Eröffnung der Gotthardpassstrasse im Jahre 1830 brachte einen starken Anstieg des alpenquerenden Verkehrs. Just in diese Zeit fiel der Beginn des Dampfschiff-Zeitalters auf dem VierwaldstĂ€ttersee. So wurden denn sĂ€mtliche Lasten und Passagiere von Brunnen und Luzern her ĂŒber den See transportiert. Bald schon vermochte diese schwerfĂ€llige Transportform im GĂŒterverkehr nicht mehr zu genĂŒgen, weshalb immer lautere Stimmen den Bau einer Strasse von Brunnen ĂŒber Sisikon nach FlĂŒelen forderten. 1862 begannen die Bauarbeiten, 1864 wurde der erste Abschnitt des Axenstrasse genannten Werks eingeweiht, 1865 war sie durchgehend befahrbar.
1871 wurden mit der GrĂŒndung der Gotthardbahn-Gesellschaft die Weichen fĂŒr eine weitere Verkehrserschliessung Sisikons gestellt. Diese gipfelten 1882 mit der feierlichen Eröffnung der Axenstrecke.
Von Sisikon zweigt eine Nebenstrasse nach Riemenstalden ab, wo Postautos hinfahren. Kursschiffe der Schifffahrtsgesellschaft des VierwaldstÀttersees bedienen mehrmals tÀglich die Stationen Sisikon und Tellsplatte, wo eine Seilbahn auf den Axen fÀhrt.
Geschichte
Der Name Sisikon ist erstmals in einem Schutzbrief des Stifts BeromĂŒnster von 1173 als «ein Gut in Sysinchon» urkundlich verbrieft. Der Name deutet auf alemannische Ansiedler wĂ€hrend der frĂŒhmittelalterlichen Einwanderungszeit zwischen dem 5. und dem 9. Jahrhundert hin. Der Name ist wohl von «Siso» abgeleitet und bedeutet Hof der Sisinge. Siso könnte die AbkĂŒrzung eines Namens wie Sigisbert oder Sigismund sein. Dass viel frĂŒher Kelten und Galloromanen zeitweise am Urnersee gewohnt hatten, wird aufgrund von Orts- und Flurnamen fĂŒr möglich gehalten.
Der durch Sisikon fĂŒhrende Riemenstalderbach fĂŒhrte wĂ€hrend Jahrhunderten immer wieder zu Naturkatastrophen. Grosse FelsstĂŒrze trafen das Dorf, wie im Jahr 1801, als eine Felswand von 300 Meter LĂ€nge und 250 Meter Höhe in den See stĂŒrzte und eine gewaltige Flutwelle verursachte, der in Siskon 14 Menschen zum Opfer fielen.
SehenswĂŒrdigkeiten
Siehe auch
:
Liste der KulturgĂŒter in Sisikon
âą Pfarrkirche Hl. Josef
âą Auf Sisikoner Gemeindegebiet, drei Kilometer sĂŒdlich des Dorfes, liegt am Seeufer die Tellskapelle.
⹠Oberhalb der Kapelle steht seit 2001 das grösste Glockenspiel der Schweiz, das zu jeder vollen Stunde bekannte Volkslieder erklingen lÀsst.
⹠Beim nahegelegenen Restaurant Tellsplatte wÀchst der höchste Affenbrotbaum nördlich der Alpen.
AusflĂŒge und Sport
Mit seiner Lage am Weg der Schweiz ist Sisikon ein Ausgangspunkt fĂŒr Wanderungen um den Urnersee. Weitere AusflĂŒge fĂŒhren zu Fuss oder per Tourenski auf die umliegenden Berggipfel. Vom Rophaien aus bietet sich ein spektakulĂ€rer Blick auf den Urnersee und die Berge rund um den Urirotstock.
Der Alplersee (auch Alplensee) ist rund 10 Kilometer sĂŒdöstlich von Sisikon gelegen. Er ist nur zu Fuss erreichbar, entweder von Riemenstalden via ChĂ€ppeliberg und Alplen, oder von den Alpen Butzen und Stock.
Sisikon ist unter Windsurfern beliebt, weil hier der Urnersee beste Thermikbedingungen bietet. Fortgeschrittene geniessen bei Föhn oder Bise die Möglichkeit, mit hohem Tempo ĂŒber den See zu preschen.
Söhne und Töchter des Ortes
Literatur
âą Helmi Gasser: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Uri. Band 2: Die Seegemeinden. Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1986 (KunstdenkmĂ€ler der Schweiz Band 78). ISBN 3-7643-1811-2. S. 1â60.
âą Hans Stadler: Sisikon. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Weblinks
Commons
: Sisikon
â Sammlung von Bildern
âą Offizielle Website der Gemeinde Sisikon
Einzelnachweise
cite-note-11. Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-22. Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-33. Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991â2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
cite-note-44. StÀndige und nichtstÀndige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei spÀteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
cite-note-55. Bundesamt fĂŒr Statistik (Memento des Originals vom 28. Dezember 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.pxweb.bfs.admin.ch
cite-note-66. Seilbahn Spilau